Leitfaden-Thema
Hygrothermal Analysis And Wufi Simulation
Autor & Prüfung
SerVilla Ingenieur- & Redaktionsteam
Zielstandards
Passive House, KfW 40, Minergie
Bemessungsnorm
Eurocode 3, Eurocode 8, ISO 9972
Stand
2026 Q3 / Güncel
Technischer Leitfaden & Systemvergleich

Hygrothermische Bauphysik & WUFI-Simulation | SerVilla

Transiente Feuchtesimulation nach DIN EN 15026, Vermeidung von Schimmel und Kondensat in Stahlkassetten.

Hygrothermische Bauphysik & WUFI-Simulation

Bei hocheffizienten Passivhäusern mit extrem niedrigen Wärmedurchgangskoeffizienten (U ≤ 0.12 W/m²K) und luftdichter Gebäudehülle ist der Feuchteschutz die zentrale bauphysikalische Disziplin. Das veraltete stationäre Glaser-Verfahren (DIN 4108-3) versagt bei der Erfassung von Schlagregen, instationärer Feuchtespeicherung und sommerlicher Umkehrdiffusion. Mit der vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP) entwickelten transienten WUFI-Simulation (Wärme und Feuchte Instationär) wird das gekoppelte hygrothermische Verhalten von Wand- und Dachaufbauten über mehrjährige Klimaperioden stundengenau berechnet. SerVilla weist für alle Leichtstahlaufbauten Tauwasserfreiheit und Schimmelschutz lückenlos nach.

1. Transiente Feuchteprozesse versus Mängel des Glaser-Verfahrens

Das klassische Glaser-Verfahren basiert auf einer statischen, eindimensionalen Betrachtung mit konstanten Randbedingungen (z.B. außen -10°C, innen +20°C):

  • Glaser-Defizite: Kapillarer Wassertransport, hygroskopische Ausgleichsfeuchte und die durch Sonneneinstrahlung ausgelöste Rücktrocknung nach innen werden vollständig vernachlässigt.
  • WUFI-Verfahren (DIN EN 15026): Löst die gekoppelten Differentialgleichungen für Wärme- und Feuchtetransport numerisch:
\partial w / \partial \phi · \partial \phi / \partial t = \nabla · (D_\phi \nabla \phi + \deltap \nabla psat)

Hierbei ist w der Feuchtegehalt, \phi die relative Feuchte, D_\phi der Flüssigtransportkoeffizient und \deltap die Wasserdampfdiffusionsleitfähigkeit. Die Simulation stellt sicher, dass die relative Feuchte an allen Grenzschichten dauerhaft unter dem Schimmelpilzkriterium von 80 % bleibt.

2. Thermische Kapselung von Leichtstahlprofilen

Stahlprofile besitzen eine hohe Wärmeleitfähigkeit (λ ≈ 50 W/mK). Würde nur zwischen den Profilen gedämmt, entstünden kalte Flansche mit Tauwasserrisiko:

  • Lückenlose Außendämmung (WDVS): SerVilla kapselt die gesamte Stahlkonstruktion außenseitig mit 100 bis 160 mm hochdichter Steinwolle (150 kg/m³). Die tragenden Profile verbleiben vollständig im warmen Bereich.
  • Temperaturfaktor (fRsi): Im Innenbereich wird ein Temperaturfaktor von fRsi ≥ 0.85 - 0.92 erreicht, was den Norm-Grenzwert von 0.70 deutlich übertrifft.

3. Feuchtevariable Dampfbremsen (Klimamembranen)

Starre PE-Folien verhindern im Sommer die lebenswichtige Rücktrocknung von Feuchtigkeit in den Innenraum:

  • Intelligente Polyamidmembranen: Passen ihren diffusionsäquivalenten Luftschichtdicke (sd-Wert) dynamisch an die Umgebungsfeuchte an:
  • Im Winter (trockene Raumluft): sd ≥ 25 m (Dampfbremsend, schützt vor feuchter Innenraumluft).
  • Im Sommer (hohe Bauteilfeuchte): sd ≤ 0.25 m (Diffusionsoffen, ermöglicht ungehinderte Rücktrocknung in den Raum).
  • Dieser adaptive Mechanismus garantiert maximale bauphysikalische Sicherheitsreserven.

4. Schimmelpilz-Vorhersage nach Sedlbauer (Isoplethensystem)

Schimmelsporen keimen bereits vor sichtbarer Kondenswasserbildung, wenn die relative Luftfeuchte an Materialoberflächen über mehrere Tage 80 % übersteigt:

  • In WUFI wird das biologische Isoplethensystem nach Sedlbauer integriert, das substratspezifische Keimungszeiten mit transienten Temperatur- und Feuchteverläufen abgleicht.
  • Bei SerVilla Konstruktionen bleibt die Grenzflächenfeuchte selbst im kältesten Winter unter 65 % – Schimmelpilzwachstum ist biophysikalisch ausgeschlossen.

5. Vergleich der bauphysikalischen Nachweisverfahren

Analysekriterium Stationäres Glaser-Verfahren (DIN 4108-3) Transiente WUFI-Simulation (DIN EN 15026)
Zeitauflösung Stationäre Monatsmittelwerte Stündliche reale meteorologische Klimadaten
Flüssigwassertransport Vernachlässigt (0) Vollständig modelliert (Kapillarsaugen)
Schlagregen & Solarstrahlung Nicht erfassbar Stundengenaue Ausrichtung von Sonne und Regen
Feuchtevariable Membranen Nicht berechenbar Vollständige Abbildung des variablen sd-Werts
Schimmelrisiko-Nachweis Nur indirekt über fRsi ≥ 0.70 Sedlbauer-Isoplethenmatrix mit Substratklassen
Stahlleichtbau-Validierung Unzureichend / Fehlleitend Verlässlicher Nachweis für wärmebrückenfreie Kassetten

6. Trockenbauweise und Baustellenfeuchte-Prävention

SerVilla verwendet werkseitig hydrophobierte Mineralwolle. Da im Leichtstahlbau auf nasse Mauerwerks- und Betonierarbeiten auf der Baustelle verzichtet wird, entfällt das gefürchtete Einsperren von Baufeuchte. Der obligatorische Blower-Door-Test (n50 ≤ 0.60 h⁻¹) schließt zudem konvektiven Feuchteeintrag durch Leckagen aus.

Transparenz- & Redaktionshinweis: Die in diesem Leitfaden dargestellten Vergleiche basieren auf über zwei Jahrzehnten internationaler Erfahrung von SerVilla im Leichtbaustahl sowie auf den Eurocode-Bemessungsnormen und Passivhaus-Kriterien. Für verbindliche Entscheidungen erstellen unsere Ingenieure eine standortbezogene Statik- und Baukostenkalkulation.

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Häufig gestellte Fragen

Wichtige Antworten zu Bauweise, Zertifizierung und Projektablauf.

Nein. Die Modelle sind Architekturkonzepte. Eine Zertifizierung wird nur mit passendem Gebäudezertifikat ausgewiesen. Fragen Sie den projektbezogenen Planungs- und Nachweisumfang an.

Sie können einen vorhandenen Entwurf anfragen. Die Anpassung an Stahlbau, Grundstück und Energieziel wird vor Fertigung geprüft.

Die vier Materialpakete enthalten Fundament und Erdarbeiten nicht. Örtliche Fundamentplanung und Ausführung werden im Angebot ausdrücklich zugeordnet.

Nein. Förderfähigkeit hängt von Programm, Antragsteller, Projekt und Antragsbedingungen ab. Die zuständige örtliche Fachperson prüft den aktuellen Weg.

Die Länderliste ist ein Informationsleitfaden. Transport, Montage und örtliche Unterstützung werden für Zielort und Umfang bestätigt.

Die Dauer hängt von Planung, Genehmigungen, Beschaffung, Fertigung und Baustellenbereitschaft ab. Fordern Sie einen Terminplan mit Zuständigkeiten und Abhängigkeiten an.

Die geltenden Bedingungen stehen im Vertrag und den einschlägigen Produktunterlagen. Eine allgemeine Website- oder Katalogaussage legt keine projektbezogene Garantiezeit fest.

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