Die Wahl des Tragwerkssystems ist die elementare Richtungsentscheidung für Bauherren und Investoren. Dieser bauphysikalische und wirtschaftliche Systemvergleich stellt kaltgewalzten Stahlleichtbau (CFS], modernen Holzrahmenbau und konventionellen Massivbau (Stahlbeton/Mauerwerk] gegenüber.
Bautechnische Vergleichsmatrix
| Kriterium / Kennwert | Stahlleichtbau (SerVilla] | Holzrahmenbau (Holz] | Massivbau (Stahlbeton] |
|---|---|---|---|
| Tragwerksgewicht | 38 – 45 kg/m² (Sehr leicht] | 45 – 55 kg/m² (Leicht] | 350 – 450 kg/m² (Sehr schwer] |
| Erdbeben-Duktilität (q] | q = 2,5 – 3,5 (Hochduktil] | q = 2,0 – 2,5 (Duktil] | q = 1,5 – 2,0 (Gering/Spröde] |
| Formstabilität | 100 % unveränderlich (0 mm Verzug] | Schwinden, Quellen, Rissbildung | Trocknungsrisse, Setzungen |
| Biologische Resistenz | Resistent gegen Schimmel & Schädlinge | Fäulnis- & Holzschädlingsrisiko | Bewehrungskorrosion bei Feuchte |
| Brandschutzklasse | A1 Nichtbrennbar + REI 90 | B / C Brennbar (organisch] | A1 Nichtbrennbar |
| Dauerhafte Luftdichtheit | Über 50 Jahre rissfreie Dichtbänder | Schwindendes Holz belastet Bänder | Putzrisse führen zu Leckagen |
| Rohbau-Montagezeit | 5 – 10 Tage (Trockenmontage] | 7 – 14 Tage (Trockenbau] | 4 – 8 Monate (Aushärtung] |
| Recyclingquote | 98 % geschlossener Kreislauf | Eingeschränkt (chemisch behandelt] | Gering (Bauschutt-Downcycling] |
1. Formstabilität und dauerhafte Luftdichtigkeit
Im Passivhaus müssen Luftdichtungsbahnen und Klebebänder über Jahrzehnte dicht bleiben. Holz arbeitet als hygroskopischer Werkstoff mit der Feuchtigkeit, was die Randverklebungen auf Dauer mechanisch belastet. Stahl kennt kein Quellen oder Schwinden – die Bauteilgeometrie bleibt absolut starr, was die Dichtheit der Hülle dauerhaft garantiert.
2. Wohngesundheit und Chemiefreiheit
Holz muss im konstruktiven Bereich häufig mit chemischen Holzschutzmitteln gegen Pilz- und Insektenbefall behandelt werden. Verzinkter Stahl ist absolut anorganisch, benötigt keinerlei Ausgasungschemikalien und bietet Schimmelsporen keinerlei Nährboden.
3. Bauzeitverkürzung und Zinsersparnis
Während Massivbauten monatelange Trocknungsphasen für Beton und Estrich erfordern, erfolgt die Stahlmontage komplett trocken. Nach 1 bis 2 Wochen steht der dichte Rohbau – Innenausbau und TGA-Gewerke können witterungsunabhängig beginnen.