Leitfaden-Thema
Rainwater Harvesting And Greywater
Autor & Prüfung
SerVilla Ingenieur- & Redaktionsteam
Zielstandards
Passive House, KfW 40, Minergie
Bemessungsnorm
Eurocode 3, Eurocode 8, ISO 9972
Stand
2026 Q3 / Güncel
Technischer Leitfaden & Systemvergleich

Regenwassernutzung & Grauwasser-Recycling | SerVilla

Zisternenauslegung, 3-Stufen-Sediment- und UV-Filterung, doppeltes Rohrnetz und bis zu 50 % Trinkwassereinsparung.

Regenwassernutzung & Grauwasser-Recycling im Passivhaus

Im Rahmen zukunftssicherer, klimaresilienter Gebäudeplanung ist ein geschlossenes Wassermanagement ebenso entscheidend wie die thermische Gebäudehülle. Vor dem Hintergrund europäischer Nachhaltigkeitsvorgaben (EU-Taxonomie) und steigender Wassergebühren reduziert die Vor-Ort-Rückgewinnung von Betriebswasser die Trinkwasserabhängigkeit drastisch. Durch die Kombination von Regenwassernutzung über inerte Dachflächen und Grauwasser-Recycling aus Duschen und Waschtischen lässt sich der Trinkwasserbedarf im Passivhaus um 45 % bis 55 % senken.

1. Regenwasserertrag und Dachablaufbeiwerte nach DIN 1989

Die Ausbeute an nutzbarem Niederschlagswasser hängt maßgeblich von der Beschaffenheit und Neigung der Dachoberfläche ab. Gemäß DIN 1989-1 wird der Ertrag über den Abflussbeiwert (e) bestimmt:

  • Stehfalzdächer aus Metall (Zink / beschichteter Stahl): Abflussbeiwert e = 0.90 - 0.95. Glatte, inerte Metalloberflächen weisen minimale Benetzungsverluste auf und garantieren höchste Wasserqualität ohne Verfärbungen.
  • Tonziegel und Betondachsteine: Abflussbeiwert e = 0.75 - 0.85. Porosität und mikroskopische Rauheit bedingen eine gewisse Anfangsaufnahme und Verdunstung.
  • Extensive Gründächer: Abflussbeiwert e = 0.30 - 0.50. Sie dienen primär dem Regenwasserrückhalt (Retention) und der Mikroklimakühlung; für eine direkte Speicherbefüllung sind sie nur bedingt geeignet.

2. Zisternenbemessung nach DIN 1989-1

Der jährlich nutzbare Regenwasserertrag (Ypot) und das empfohlene Nutzvolumen der Zisterne (Vzist) berechnen sich nach der hydraulischen Bilanz:

Ypot = Adach · hniederschlag · e · η

Dabei ist Adach die projizierte Dachfläche (m²), hniederschlag die mittlere jährliche Niederschlagshöhe (mm bzw. l/m²), e der Abflussbeiwert und η der hydraulische Filterwirkungsgrad (η ≈ 0.90). Das Speichervolumen wird auf eine 21-tägige Trockenwetterperiode ausgelegt:

Vzist = min(Ypot, Bjahr) · 0.06

Bei einem Einfamilienhaus mit 150 m² Metalldach und 700 mm Jahresniederschlag beträgt der Ertrag rund 90.000 Liter/Jahr. Das empfohlene Zisternenvolumen liegt bei 5.000 - 6.000 Litern (5-6 m³).

3. Dreistufige Filtertechnik mit Sediment-, Aktivkohle- und UV-Stufe

Um das gesammelte Regenwasser hygienisch einwandfrei für Toilettenspülung, Waschmaschine und Gartenbewässerung bereitzustellen, wird eine mehrstufige Aufbereitungskette installiert:

  • Wirbelfeinfilter im Zulauf: Selbstreinigender Zentrifugalfilter trennt Laub und Schwebstoffe kontinuierlich in den Kanal ab.
  • Feinfilter (20 bis 5 Mikrometer): Auswaschbare Edelstahl- oder Kerzenfilter zur Abscheidung feiner Sedimente vor der Druckpumpe.
  • Aktivkohle und UV-C-Desinfektion: Eliminiert Gerüche, organische Farbstoffe und inaktiviert Keime bei 254 nm ohne chemische Chlorierung für den Betrieb von Waschmaschinen.

4. Grauwasser-Recycling mittels Membran-Bioreaktor (MBR)

Grauwasser umfasst fäkalienfreies Abwasser aus Duschen, Badewannen und Handwaschbecken. Die Aufbereitung erfolgt kompakt im Technikraum:

  • Kompakt-MBR-Anlage: Biologische Reinigungsstufe kombiniert mit getauchter Ultrafiltrationsmembran (Porengröße 0.04 Mikrometer). Bakterien und Viren werden zu 99.9 % physikalisch zurückgehalten.
  • Effizienter Betrieb: Der spezifische Strombedarf liegt bei lediglich 0.8 - 1.2 kWh/m³ aufbereitetem Betriebswasser.

5. Wasserbeschaffenheit, Normen und Einsparpotenziale

Parameter / System Roh-Regenwasser Aufbereitetes Regenwasser Grauwasser-Recycling (MBR) Trinkwasser-Referenz
Trübung (NTU) 5 - 15 NTU < 1 NTU < 0.5 NTU < 1 NTU
Mikrobiologie Keimnachweis möglich 0 KBE nach UV-Stufe 0 KBE durch Ultrafiltration 0 KBE/100 ml Grenzwert
Nutzung Gartenbewässerung WC + Waschmaschine WC-Spülung + Bewässerung Universell im Haushalt
Trinkwassereinsparung \%15 - \%20 \%25 - \%35 \%25 - \%30 Basiswert (100 %)
Rückflussschutz Freier Auslauf Typ AA Freier Auslauf DIN EN 1717 Separierte Leitungsführung DIN 1988 Absicherung

6. Zweileitungsnetz und Trinkwasserschutz nach DIN EN 1717

Betriebswasserleitungen müssen dauerhaft getrennt vom Trinkwassernetz verlegt und farblich unverwechselbar gekennzeichnet sein. Gemäß DIN EN 1717 ist eine starre Verbindung zwischen Trinkwasser- und Betriebswasserleitung strikt unzulässig; die Trinkwassernachspeisung bei leerem Speicher muss über einen freien Auslauf (Typ AA oder AB) erfolgen. SerVilla integriert die notwendigen Doppelrohrtrassen ab Werk durch präzise gestanzte Leichtbaukassetten in die Stahlskelettstruktur.

Transparenz- & Redaktionshinweis: Die in diesem Leitfaden dargestellten Vergleiche basieren auf über zwei Jahrzehnten internationaler Erfahrung von SerVilla im Leichtbaustahl sowie auf den Eurocode-Bemessungsnormen und Passivhaus-Kriterien. Für verbindliche Entscheidungen erstellen unsere Ingenieure eine standortbezogene Statik- und Baukostenkalkulation.

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Häufig gestellte Fragen

Wichtige Antworten zu Bauweise, Zertifizierung und Projektablauf.

Nein. Die Modelle sind Architekturkonzepte. Eine Zertifizierung wird nur mit passendem Gebäudezertifikat ausgewiesen. Fragen Sie den projektbezogenen Planungs- und Nachweisumfang an.

Sie können einen vorhandenen Entwurf anfragen. Die Anpassung an Stahlbau, Grundstück und Energieziel wird vor Fertigung geprüft.

Die vier Materialpakete enthalten Fundament und Erdarbeiten nicht. Örtliche Fundamentplanung und Ausführung werden im Angebot ausdrücklich zugeordnet.

Nein. Förderfähigkeit hängt von Programm, Antragsteller, Projekt und Antragsbedingungen ab. Die zuständige örtliche Fachperson prüft den aktuellen Weg.

Die Länderliste ist ein Informationsleitfaden. Transport, Montage und örtliche Unterstützung werden für Zielort und Umfang bestätigt.

Die Dauer hängt von Planung, Genehmigungen, Beschaffung, Fertigung und Baustellenbereitschaft ab. Fordern Sie einen Terminplan mit Zuständigkeiten und Abhängigkeiten an.

Die geltenden Bedingungen stehen im Vertrag und den einschlägigen Produktunterlagen. Eine allgemeine Website- oder Katalogaussage legt keine projektbezogene Garantiezeit fest.

Nein. Es erstellt eine Nachricht, die Sie in WhatsApp prüfen und selbst senden. Alternativ kopieren Sie sie in eine E-Mail an SerVilla.

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